Heinz Nieder ist nicht gekommen. Er ist einfach nicht ins Gefängnis gekommen, um seine lebenslange Haft anzutreten. Ja - wie niederträchtig ist das denn? So was kann mann doch nicht machen. Ja, ein Haus zu sprengen und dabei sechs Menschen über den Styx schwimmen zu lassen - ja, das kann schon mal passieren. Aber das er jetzt einfach nicht kommt um seine Strafe abzusitzen - das ist schon echt gemein. Bah, Pfui - so was macht man doch nicht. Damit konnten Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft nun wirklich nicht rechnen!
Also hier eine Zusammenfassung der Geschehnisse - nur damit ich das auch alles richtig verstehe:
Heinz Nieder sprengt 1997 ein Haus in die Luft. Und zwar um seine Mieter los zu werden. So oder so! Also entweder gehen Sie bei der Explosion drauf oder sie werden durch das Gas vergiftet oder aber sie haben keine Lust mehr im Haus eines Psychopathen zu wohnen.
Dann dauert es zwei Jahre bis man den Täter ausfindig gemacht hat. Man erlässt Haftbefehl und der erste Niederschlag: Herr Nieder erdreistet sich, einfach ins Ausland abzuhauen. Weil Herr Nieder aber eigentlich doch ein netter Kerl ist, kommt Herr Nieder wieder und lässt sich verhaften. Der Prozess beginnt und dauert mehr als zwei Jahre. Herr Nieder wird niedergestreckt und bekommt lebenslänglich. Herr Nieder fühlt sich aber nicht niedergerungen und legt Revision ein. Und dieses Mal erfährt das Gericht eine Niederlage: Herr Nieder bekommt Recht und darf, weil das Verfahren schon so lange gedauert hat, sogar auf freien Fuß.
Anfang 2004 geht es dann weiter, neues Gericht, neue Verhandlung - altes Thema. Und nach nur knapp vier Jahren kommt es zur Niederschrift: Hier Nieder ist niederträchtig und muss lebenslänglich in den Knast. Dieser Urteil wurde im März 2008 (!) gesprochen. Aber Herr nieder musste nicht etwa gleich ins Gefängnis. Nein - warum auch. Ein sechsfacher Mörder ist doch im Grunde ein ehrenwerter Kerl - dem muss man schon die Gelegenheit geben seine Memoiren nieder zu schreiben und sein Näschen zu pudern.
Und jetzt im April 2009, bat man ihn dann doch höflich, er möge in seiner Vollzugsanstalt doch einmal vorstellig werden. Und erstaunt stellte man fest: Herr Nieder ist gar nicht da, wo man glaubte, dass er sich nieder gelassen hätte. Vielleicht ist er ja in den Niederlanden.
Oh, Mann - bin ich niedergeschlagen …




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