Die Kabrett-Bestsellerliste: Platz 19 - Harald Schmidt


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War Harald Schmidt eigentlich schon immer da? Ich meine, kann man sich ein Leben ohne Harald Schmidt vorstellen? Mir fällt es sehr, sehr schwer. Nicht das ich ein Schmidtianer wäre - also ein glühender Verflechter der reinen Schmidtlehre. Nein, das wahrlich nicht. Aber wenn ich so zurückblicke, dann war Harald schon immer da - irgendwie. Und so fiel mir auch sein Buch bei der Recherche für die Top20 der Bestsellerliste wie aus dem Nichts in die Hände …

Ich wusste gar nicht mehr, dass ich Besitzer dieses Werkes bin. Aber nach dem ich dieses Manifest aufgeschlagen hatte, war meine Welt gleich wieder in Ordnung. Es gibt Dinge, die ändern sich einfach nicht. Fixpunkte im Leben. Naturkonstanten. Dazu gehört Harald Schmidt mit Sicherheit. Die Dinge, die man in diesem Buch findet, würden auch heute noch ihren Platz in jeder seiner Sendungen finden können. Es beginnt schon mit dem Anfang -  lesen wir doch einfach mal hinein:

Diesmal kamen die Architektengattin und ich fast gleichzeitig, sie schrie noch lauter als beim ersten Mal, aber als sie ihren Rock glatt streifte und wir aus der Küche zurück zu den anderen gingen, hatte keiner etwas bemerkt.

Dieser Satz hat nichts mir dem folgenden Kapitel zu tun, aber William Faulkner hat angeblich gefordert, der erste Satz eines Buches müsse so sein, daß der Leser gezwungen sei, weiter zu lesen.

Ich habe mir die Freiheit genommen, die damals gültige Rechtschreibung nicht zu korrigieren, damit ein Jeder sehen kann, dass sich eher die Sprache ändert, als Harald Schmidt.

Und so geht es denn auch im gesamten Buch weiter: Albernheiten, witzige Bonmots , groteske Szenen und absurde Situationen werden wahllos miteinander vermischt und ergeben ein lustiges Buch, welches enorm viel Spaß macht zu Lesen - weil niemand vorhersehen kann, was einen auf der nächsten Seite erwartet.

Noch ein Wort zum Titel: Tränen im Aquarium klingt ja recht melancholisch und der Untertitel: Ein Kurzausflug ans Ende des Verstandes unterstreicht die Ambitionen des grauhaarigen TV-Dinosauriers. Damals (das Buch stammt aus dem Jahre 1993′) war er übrigens noch fast Schwarz (also Haarfarbenmäßig); Da kann man mal sehen, was so ein paar Jahre mit Oliver Pocher bewirken können. Aber vielleicht  hat Monica Ivancan ja auch durch Zufall dieses Buch in die Hände bekommen und wollte durch Ihre Trennung von Oli diesem grausigen Schicksal entgehen … Wer weiß?

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2 Comments on "Die Kabrett-Bestsellerliste: Platz 19 - Harald Schmidt"

  1. Kabrett
    iRead
    05/05/2009 at 09:30 Permalink

    Wieder ein Buch für meine endlose Bücherliste…Danke für den Tipp.

    Übrigens: Ja, Dirty Harry war schon immer da und in meinen Augen einer der größten deutschen Kabarettisten und Entertainer unserer Zeit
    …was für mich nur leider schwer nachzuvollziehen ist, wie kann man von einem Co-Moderator des Kalibers Feuerstein zu einem Co-Clown des Kalibers “mirfehlendieworte,obdieserstumpfheit” Pocher wechseln…Alterssenilität?verspätete Wechseljahre?Torschusspanik?Quotenangst?…
    Naja, das ist nun aber auch vorbei :)

  2. Kabrett
    Kabrett
    05/05/2009 at 10:41 Permalink

    Ob Harald Schmidt ein Kabarettist ist, darüber lässt sich bei einem Tröpfchen Bachblütentee sicherlich vortrefflich diskutieren - ein großer Entertainer ist er allemal. Was mir an ihm gefällt ist die Tatsache, das er offensichtlich nur das tut, wozu er Lust hat - und das macht ihn zu einer verdammt coolen Socke …

    Ach übrigens: Das Cover des Buches, sieht in meiner Auflage komplett anders aus - nur für den Fall, dass Du es einmal irgendwo herum liegen sehen solltest ..

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