Gerade komme ich aus dem Konzert ‘Klangwelten 2010‘ zurück und muss das Gesehene - aber vor allem das Gehörte erst einmal verarbeiten. Und wir könnte man dies besser tun, als darüber zu schreiben. So müsst ihr jetzt also für die Bearbeitung meiner Gedanken herhalten: Selbst schuld, warum lest ihr hier auch …
Klangwelten ist eine Konzertreihe, die es nun schon im 24. Jahr gibt. Eine immens lange Zeit wie ich finde. Ich gestehe, ich kannte sie bis dato nicht, aber da ich ja von Natur aus neugierig bin, dachte ich mir: Das schaust Du dir mal an!
Unter dem Oberbegriff Klangwelten sucht Rüdiger Oppermann Künstler aus aller Welt zusammen um sie uns hier in unseren beschaulichen Städten zu präsentieren. Jedes Jahr sind andere Künstler am Start und so ist das ganze eine Art Wundertüte - und ich darf versichern: Diese Wundertüte ist nicht nur prall gefüllt sondern enthält auch eine Menge wunderliches, überraschendes und faszinierendes …
Das Lotus Duo aus Vietnam bietet dabei sicherlich das für unsere Ohren gefälligste Musikprogramm. Die asiatischen Klänge die sie aus ihren Instrumenten locken klingen harmonisch und schmeicheln sich sanft in die Ohrmuscheln ein. Die Instrumente sind dafür umso exotischer: Der männliche Teil des Duos bedient die Mondlaute und das Dan Bao. Das Ding ist eine Art gigantisches Bambusrohr, auf dem eine Saite gespannt ist. Theoretisch kann man damit also nur einen Ton spielen, da es kein Griffbrett oder ähnliches gibt. Aber ähnlich wie auf einem Monochord, kann man, wenn man kann, darauf alles erdenklichen Töne spielen. Die Dame des Duos, heißt so, wie das Instrument das sie spielt: Thran. Das wiederum ist eine Art zu groß geratene Zither. Klingt gut! Allerdings hört man sich für meinen Geschmack etwas zu schnell satt - wie an der Musik bei dem China-Restaurant Acht Kostbarkeiten. Das kann aber durchaus auch an mir liegen …
Ganz anders liegen die Dinge bei Russudan Meipariani. Diese junge Dame kommt ursprünglich aus Georgien. Ist aber durch ganz Europa gereist und hat in Deutschland studiert. Sie bietet uns einen Gesang und Kompositionen die mich persönlich an elbische Trauerlieder erinnern. Ihr erinnert Euch? Elben sind diese Langohren aus dem Tolkien-Plot … Ihre Musik ist sehr facettenreich und geheimnisvoll - aber definitiv nix zum mitsummen. Dafür schafft sie es aber, uns mitzunehmen auf Ihrem Flug durch Zeit und Raum. Um es mit Facebook zu sagen: I like it!
Odongo Oganga - das Programmheft nennt ihn einen kenianischen Barden. So ganz unzutreffend ist das nicht einmal: Immerhin spielt er auf der Leier und nach Aussage des Moderators, improvisiert er in seinen Liedern über aktuelle Ereignisse und Geschehen aus seiner ganz persönlichen Sichtweise. Das muss ich einfach mal glauben - denn mein kenianisch ist weniger als mittelmäßig. Dafür kann ich aber berichten, das die Musik die Odongo spielt sehr unterhaltsam ist. Der Künstler ist darüber hinaus sehr witzig und hat sicherlich den ein oder anderen Schelm gefrühstückt. Dieser Künstler bringt auf jeden Fall das Leben in die Bude zurück, das die Elben mit ihrem Gesang beinahe vertrieben hätten.
Doch jetzt zu meinem persönlichen Favorit: Ayarkhaan. Dazu muss ich etwas ausholen: Stellt Euch folgende Situation vor: Eine Gruppe von Orcs und Uruk-hai (ja, schon wieder aus Herr der Ringe) haben sich vorgenommen, ein Stück von Pink Floyd zu spielen. Zum Beispiel: Careful With That Axe, Eugene (es darf nicht zu melodisch sein). Nun haben Orcs nun mal keine Synthesizer und greifen deswegen zu Mundorgeln. Sie nehmen ihr Stück auf Tonband auf und ihr hört euch das dann rückwärts laufend an: So ungefähr klingt Ayarkhaan. Jedenfalls für mich. Aber das Beste ist: Es ist spannend, mystisch und auf eine seltsame Weise genial! Die Gruppe Ayarkhaan besteht aus zwei Frauen, die aus Jakutien kommen. Das müsst ihr schon selber gogglen wo das liegt - aber momentan ist es da MINUS 50 °C! Die beiden spielen angeblich nur schamanische Gesänge aber jede Wette: Ein Blick von ihnen und ihr werdet augenblicklich zu Stein verwandelt.
Was diese beiden Frauen für Geräusche, Stimmungen und Musik aus den Mundorgeln zaubern (wahrscheinlich im wahrsten Sinne des Wortes) ist unbeschreiblich. Auch hier gilt: Sicherlich nichts zum Mittanzen. Aber beeindruckend allemal …
Neben diesen gibt es noch weitere Musiker: Herr Oppermann spielt die keltische Harfe und gibt den Moderator auf eine sehr charmante und sympathische Art. Jatinder Thakur aus Indien bedient die Perkussion und bleibt damit etwas im Hintergrund.
Alles in allem ein Abend der sich gelohnt hat; auch wenn ich immer noch etwas verwirrt bin …




17/02/2011 at 23:06 Permalink
Rehi,
Du wolltest doch die Texte aus dem TMWYLTT-Projekt!? Nun, jetzt kannst Du sie Dir holen … Ich habe sie wieder herausgekramt!
Herzliche Grüße,
Ralph
18/02/2011 at 01:57 Permalink
Vielen dank für die Info - hab mir die Texte gleich mal gesaugt! Deine neue Seite ist ja wieder schick geworden. Wobei ich nicht ganz verstehe warum du den Aushilfsgoethe hast sterben lassen um dann wieder als Dark Johann wieder geboren zu werden
Aber jeder hat so seine Hobbies
Viel Spaß mit deiner neuen Seite!